Elrhien

Mitglied der Faer Eryn

Dabei seit: 20.06.2010
Beiträge: 114
Rasse: Elbe Klasse: Runenbewahrer Herkunft: Edhellond Handwerk: Entdecker
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Elrhien stand am Bootssteg und blickte dem Elbenboot nach, das langsam von den Fluten des Flusses Richtung der Bucht von Belfalas getragen wurde. Sie betrachtete das schöne graue Holz und die perfekte Form des Bootes; sie selbst hatte noch geholfen, das Holz zu bearbeiten und hatte das Segel aus ihrem besten, reißfesten Leinenstoff genäht.
Es war noch eingezogen, obwohl der laue Sommerwind jetzt gegen Abend etwas auffrischte und die Fahrt beschleunigt hätte. Aber die Elben auf dem Boot hatten es nicht eilig. Elrhien betrachtete die beiden Gestalten, die am Heck standen und zurück blickten.
Sie rief sich die Abschiedsworte ihrer Eltern wieder ins Gedächtnis.
„Unsere Zeit in Mittelerde ist zu Ende, I Aear cân ven na mar. Du musst jetzt unseren Platz einnehmen. Es beginnt wieder - die Kämpfe, all das Leiden…wir können es nicht noch einmal ertragen“.
Elrhien selbst war zur Zeiten des letzten Bündnisses noch sehr jung gewesen, aber sie erinnerte sich noch an ihren älteren Bruder, der immer voll Lachen und Fröhlichkeit war…und daran, dass ihre Eltern nach dem Krieg ohne ihn zurückgekehrt waren…
In den Jahren, die seitdem vergangen waren, hatten sie versucht, zu vergessen. Das Loch in ihren Herzen war nicht zu füllen, aber die Zeit hatte sie gelernt, damit zu leben. Es war trotz allem ein friedliches Leben für sie gewesen, hier in Edhellond; ihre Eltern gingen dem Schiffsbauhandwerk nach und sie selbst entwickelte ihre Schneiderfertigkeiten im Laufe der Zeit weiter. Außerdem widmete sie immer mehr Zeit dem Studium der Runenkunde.
Ja, es war eine friedliche und ruhige Zeit gewesen…zumindest bis die ersten Gerüchte aus dem Osten laut wurden, bis die ersten Flüchtlinge berichteten, dass die Orks sich in Mordor sammeln, dass eine Macht dort wieder größer und stärker wurde... Als ihre Eltern mitbekamen, dass immer mehr Elben sich vom Hafen aus nach Westen einschifften, musste in ihnen der Entschluss gereift sein.
Elrhien schüttelte den Kopf. Sie konnte sie ja verstehen…aber wie kann man Mittelerde in diesen Zeiten verlassen, wenn es scheint, dass der dunkle Herrscher sich wieder erhebt und die freien Völker gemeinsam gegen ihn vorgehen sollten? Und der verschollene Ring…nicht auszudenken, wenn Sauron ihn fände…
Nein, sie hätte nicht mit ihnen ziehen können, sie musste ihren eigenen Weg finden.
„Ziehe nach Norden, sellath, in Imladris lebt der Halbelb Elrond, mit dem wir damals gemeinsam gegen den dunklen Herrscher gekämpft haben. Wenn die freien Völker sich vereinen, wird es dort beginnen. Und solltest Du auf Deinen Reisen auch nach Lothlorien und in den Düsterwald kommen, richte unseren Verwandten dort unsere Grüße aus. Mögen die Götter ihre Hände über Dich halten.“
Nachdem er endlich eingesehen hatte, dass es vergebens ist, sie zu überreden, mit ihnen zu ziehen, hatte ihr Vater ihr schliesslich seinen Segen gegeben.
Das Boot war jetzt fast hinter der Flussbiegung verschwunden. Als auch das Segel nicht mehr zu sehen war, wandte Elrhien ihren Blick ab und ging langsam den Bootsteg entlang zu dem dunkelbraunen Pferd, das, bereits gesattelt und für die Reise bepackt, auf sie wartete und mit einem leisen Wiehern begrüßte. Mellon voron nín, jetzt sind es also nur noch wir beide …sie strich ihrem Gefährten über den Hals und schwang sich in den Sattel…möge Eru uns schützen.
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